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"Erblich belastet" bin ich in Bezug auf Pferde nicht. Nachdem ich ziemlich viele Hobbys angefangen hatte (Schwimmen, Tischtennis, Klavierspielen - musste ich auch weiter machen,....) eröffnete ich meinen Eltern irgendwann - so in der zweiten Klasse- ich wolle nun wohl gerne reiten. Da meine Eltern dachten, das sei nur wieder so ein Strohfeuer, blieb mir nichts anderes übrig, als sämtliche Würfelzuckervorräte aus unserem Haus an alle Pferde im Dorf zu verteilen! Nach ziemlich langer Zeit hatten meine Eltern dann Erbarmen mit mir und schenkten mir zwei Reitstunden - natürlich bei dem härtesten Reitlehrer in unserer Gegend, damit das Töchterchen auch bloß schnell wieder mit dem teuren Unfug aufhört! So kam ich dann zum ersten Mal zu Overesch auf den Hof. Trotz Edis Härte als Reitlehrer wollte ich unbedingt weiter reiten. Zuerst war es nur eine Reitstunde pro Woche, dann zwei und schließlich empfahl Edi meinen Eltern mir ein eigenes Pony anzuschaffen. Ein halbes Jahr später stand dann "Fanto" im Stall, ein ausgefuchster Lehrmeister, der mir wirklich jeden Fehler aufzeigte. Auf meinem Pony "Fanto" schnupperte ich auch erste Turnierluft. Wir errangen viele Siege und Platzierungen in Jugendreiterprüfungen und E-Springen. Durch Zufall und den Umstand, dass jeder meinen Fanto als nicht ganz einfach kannte, rutschte ich in das Trainingssystem des Weser-Ems-Verbandes bei Gerd Demme. Herr Demme wies meine Eltern darauf hin, dass Fanto mit seinen damals sechzehn Jahren schon ein wenig zu alt war, um mir während der ganzen Ponyzeit beizustehen. Im Februar 1990 kauften wir Candy, einen damals sechsjährigen Ponywallach. Nach einer tollen ersten Saison mit Candy mit vielen Schleifen in E- und A-Springen sagte dann die Jugendwartin unseres Verbandes, dass ich auch mal eine Vielseitigkeit reiten müsse, um weiterhin auch an den Förderlehrgängen in den Ferien teilnehmen zu dürfen. Dieser Gedanke war mir bis dahin noch gar nicht gekommen. Zwar liebte ich die Lehrgänge während der Ferien, aber eine Vielseitigkeit zu reiten, hielt ich doch für ziemlich gefährlich! Irgendwann war dann der Tag der ersten A-Vielseitigkeit gekommen. Ich war total nervös, aber als ich durchs Ziel geritten kam - mit drei oder vier Verweigerungen im gesamten Kurs - habe ich Papa zugerufen: "Darf ich gleich noch mal?" Auf den nächsten Vielseitigkeitsturnieren lief es dann bald besser, und in den Jahren 92 und 93 durften Candy und ich auch zu den Deutschen Meisterschaften fahren. Wegen unserer schlechten Dressur gelangen uns da zwar nie vordere Platzierungen, aber mir machte sowieso das Gelände am meisten Spaß. Im Herbst 1993 musste ich mich von Candy trennen, weil ich inzwischen einfach zu groß für ein Pony geworden war. Da Candy sehr schwierig in der Dressur war, fuhren mich meine Eltern für das Dressurtraining zweimal wöchentlich wieder nach Altenrheine zu Edi Overesch. Dabei lernte ich auch bald Bettina Overesch - heute Hoy - kennen. Sie hat mir das Geländereiten beigebracht. Schon bald fuhr ich täglich zum Training zu Edi und Bettina. Der Umstieg auf ein Großpferd erwies sich als schwierig, weil ein für die Vielseitigkeit geeignetes Pferd entweder sehr teuer war oder aber nicht fit genug für diese Aufgaben. Edi ließ mich deshalb Miro, einen hannoveraner Wallach, reiten. Miro war zu der Zeit 10 Jahre alt. Miro brachte mir den Unterschied zwischen dem Ponyreiten und dem Reiten auf Großpferden bei. Ich ritt mit ihm auch recht erfolgreich kleinere Vielseitigkeiten , jedoch fehlte ihm die nötige gesundheitliche Robustheit für ein Vielseitigkeitspferd. Daher ritt ich mit ihm dann später nur noch Springprüfungen, sogar bis zu Klasse S. Aber eigentlich suchten wir weiter nach einem jungen Vielseitigkeitspferd. Nach zahllosen nicht bestandenen Ankaufsuntersuchungen lief uns dann im Dezember 1994 Literat über den Weg, damals noch vier Jahre alt. "Litti" war angeritten, hatte aber noch nie einen Turnierplatz gesehen. Unter Anleitung von Edi und Bettina Overesch bildete ich meinen "Litti" selber zu einem erfolgreichen Vielseitigkeitspferd aus. Nach vielen tollen Jahren bei Familie Overesch verließ ich dann meine zweite Heimat Altenrheine und zog mit meinen Pferden zu meinem Freund Michael auf den Hof der Familie Heckmann. Natürlich steht Edi mir immer noch mit Rat und Tat zur Seite und hilft mir bei der Ausbildung meiner Pferde!
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